Nach der Landung in Dar Es Salaam fuhr ich am nächsten morgen gleich mit dem Bus nach Moshi an der Grenze zu Kenia und am Fuß vom Kilimanjaro weiter. Dort angekommen habe ich noch am selben Abend bei einem Reisebüro vor Ort die Kilimanjaro Trekking Tour gebucht. Das ist an sich kein Problem, man muß die Reisebüros nicht finden sondern die Reisebüros finden die Touristen. Schon an der Bushaltestelle bin ich von einigen Touts angesprochen worden die mir eine Kilimanjaro Tour aufdrehen wollten. Für einen dieser, der gleich am nächsten Tag mit der Tour loslegen konnte, habe ich mich dann entschieden. Ich habe den "Standard Kilimanjaro Trek" gewählt, die Marangu Route, oder auch "Coca Cola Route" genannt.

Hier zur Einstimmung ein Photo vom Gipfel des Kilimanjaro vom Flugzeug aus geschossen. Hierauf ist der Vulkankrater zu sehen und links davon der Uhuru Peak, der höchste Punkt.

Hier ist ebenfalls nochmals der Gipfel zu sehen, diesesmal mit weniger Zoom damit der letzte Teil des Anstiegs zu sehen ist.

Also bin ich am nächsten morgen zunächst mit dem Auto von Moshi zum Startpunkt der Trekking Tour gefahren worden, knapp oberhalb des Dorfes Marangu, auf 1900m. Hier haben wir uns noch mit ein paar Lebensmitteln eingedeckt und sind dann nachmittags losgelaufen.

Der erste Teil der Strecke führt noch durch den tropischen Regenwald. Ein gut ausgebauter Weg führt bis zum ersten Übernachtungsplatz, zu den Mandera Huts. Diese kleinen Hütten liegen auf 2700m, von der Temperatur her kommt man hier schon in die gemäßigte Zone. Der erste Tag war damit ziemlich einfach und unspektakulär, es waren auch nur ein paar Stunden zu laufen.

Am zweiten Tag wurde es schon ein wenig anstrengender. Die Horombo Huts, das Ziel des zweiten Tages, liegen auf 3700m. Die Luft da oben wird schon langsam merklich dünner. Auch die Wegstrecke war nicht ganz ohne. Es gab zwar auch hierhin noch einen guten Wanderweg, aber 16km Strecke und 1000 Meter Höhenunterschied merkt man dann am Abend schon.

Hier sind einige Träger an den Horombo Huts zu sehen. Jeder Tourist der den Kilimanjaro hochlaufen will muß mindestens einen Führer und einen Träger (für das Gepäck des Führers und das Essen) mitnehmen. Ein weiterer Träger kommt normalerweise noch für dass Gepäck des Touris dazu, so war es auch bei mir. Unabhängig davon laufen noch etliche andere Träger bis zu den Horombo Huts, um z.B. das Bier nach oben zu tragen :-)

Auf dieser Höhe wächst schon nicht mehr viel, man läuft durch eine Moorlandschaft. Auf dem Bild ist auch mein Führer zu sehen, der weil er keine Regenkleidung hatte einen Regenschirm mitgenommen hatte.

Am dritten Tag sind wir zur Akklimatisierung von den Horombo Huts (3700m) auf die Mauwenzi Hut (ca. 5000m) gelaufen und wieder zurück zur Übernachtung auf die Horombo Huts. Das war schon ziemlich kalt und die Luft wurde extrem dünn. Auch das Wetter spielte wie man auf dem Bild sehen kann nicht richtig mit. In dieser Nacht fegte dann ein heftiger Schneesturm über den Kilimanjaro.

Am nächsten Tag konnte man also den Hauptberg Kibo auf dem auch der Gipfel ist schneebedeckt sehen. Auf dem Bild ist der Kibo zwar wolkenverhangen wie meistens, aber ein wenig sieht man Ihn durchblicken. An diesem Tag war die letzte Etappe vor dem Gipfelanstieg auf dem Programm, in einer ziemlich anstrengen Tour ging es den ganzen Tag bei schlechtem Wetter durch die Geröllwüste am Fuß des Kibo.

Am nachmittag des vierten Tages kamen wir dann an der letzten Hütte vor dem Gipfelanstieg an, der Kibo Hut auf 4700m. Ab hier ging es dann allen Touris schon ziemlich schlecht, essen wollte hier kaum mehr jemand etwas, dafür ging der Verbrauch an Aspirin Tabletten stark nach oben. Auch ich fühlte mich nicht sonderlich gut und habe mich den Rest des Nachmittags und den Abend mit in meinem Schlafsack verkrochen, allerdings erst nachdem ich alles angezogen hatte was ich dabei hatte, da es ziemlich kalt dort oben war.

Kurz vor Mitternacht wurde es dann ernst. Nachdem ich nochmals eine Aspirin und eine Paracethamol Tablette eingeworfen hatte ging es dann bewaffnet mit einer Taschenlampe (die hatte der Führer, ich mußte Ihm im dunkeln hinterherlatschen) den Vulkankrater hoch. Einen befestigten Weg gibt es für diesen Abschnitt nicht mehr, es geht ziemlich steil in Serpentinen durch das Geröll. Bis auf ca. 5300m ging das ganze auch noch relativ unproblematisch vonstatten, doch dann hat mich die Höhenkrankheit ziemlich heftig erwischt. Von morgens 3Uhr bis 6Uhr habe ich mich dann mit letzter Kraft vollends bis auf den Gillman's Point hochgeschleppt, den man auf dem nächsten Bild sehen kann. Auf diesem Bild ist der Sonnenaufgang vom Kibo aus zu sehen. Der Berg den man davor sieht ist der Mauwenzi, den ich den Tag davor hochgelaufen war.

Am Gillman's Point am Vulkankrater angekommen war ich dann am Ende. Kurz ein Gipfelfoto geschossen machten wir gleich danach wieder kehrt. Zwar hatte ich den höchsten Punkt nicht erreicht, das wären weitere 2 Stunden hin und 2 Stunden zurück auf den Kibo Peak (5896m) gewesen. Aber zu dem Zeitpunkt war ich mit den 5681m am Gillman's Point vollkommen bedient.

Dieses beim Abstieg aufgenommen Bild verdeutlicht nochmals die Geröllwüste durch die es ging. Das erste Stück des Abstiegs (die ersten 500 Höhenmeter) waren so steil und voll von feinem, sandigem Geröll daß man auf den Fußballen hinunterrutschen konnte.

Der Abstieg ging schließlich an diesem Tag noch bis zu den Horombo Huts (3700m). Am nächsten Tag ging es dann zurück nach Mandera, und von dort aus zu einer wohlverdienten warmen Dusche in Moshi.