Bombay ist wahrscheinlich die dreckigste Stadt der Welt. Auf der anderen Seite ist Bombay auch sehr reich, nur sieht man dies der Stadt nicht gleich an. Ungefähr die Hälfte des indischen Bruttosozialproduktes wird in dieser Stadt erwirtschaftet, Bombay ist die reichste Stadt Indiens. Bei dem enormen Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren ist aber offensichtlich der Umweltschutz total unter die Räder gekommen. Der Strassenverkehr nahm stark zu, öffentliche Verkehrsmittel sind hoffnungslos überlastet. Kläranlagen gibt es ebensowenig wie Filter an den Industrieanlagen. Die Kluft zwischen arm und reich ist immer wieder erschreckend. Direkt neben den Nobelhotels schlafen Leute auf der Strasse und leben vom Abfall der Reichen. Einen Mittelstand scheint es in Bombay nicht zu geben.

Die ersten zwei Monate in Bombay wohnten wir in dem Vorort Thana. Dort war im Industriegebiet eine Zweigstelle unserer Firma. Auf dem Dach der Firma war eine kleine Wohnung, wo wir uns für zwei Monate einrichteten. Der erste Spaziergang durch die Nachbarschaft verstärkte unseren Kulturschock noch. Wir stellten fest dass wir die einzigen Europäer weit und breit waren und dementsprechend sind wir auch aufgefallen.

Abseits des Stadtzentrums geht es wirklich "indisch" zu. Ziegen, Hunde und vor allem Kühe laufen auf den Strassen herum. Sie ernähren sich von dem Müll, der bevor er von der Müllabfuhr abgeholt wird einfach auf die Strasse gekippt wird. Die Mülltrennung erfolgt somit auf eine natürliche Art und Weise.

Im Stadtpark Bombays posieren diese Kinder für ein Photo. Als Ausländer bekommt man von den Indern zumindest Abseits der Touristenzentren immer ein Lächeln geschenkt. Es ist einfach ein seltenes Bild wenn ein Ausländer herumläuft. Oft kommt es auch vor daß man von einer ganzen Horde kichernder Kinder verfolgt wird, oder daß einem von jungen Indern hinterhergepfiffen und gejubelt wird.

Von außen betrachtet sehen die meisten Gebäude in Bombay ziemlich schäbig und baufällig aus. Wird man nach drinnen eingeladen zeigt sich oft ein anderes Bild. Aber ob diese Gebäude einem Sturm standhalten?

Dieses Gebäude sicher nicht.

Um einen Slum zu sehen muß man nie weit laufen. Jedes freie Stück Land wird als Wohnfläche benutzt. So ist z.B. auch der Grünstreifen in der Mitte der Autobahnen stets Wohnfläche. Auch direkt neben dem Stadtzentrum Bombays finden sich einige kleine Slums wie dieser hier.

Im schöneren, "kolonialen" Teil Bombays steht das Gateway of India. Dies wurde am Anfang des 19. Jahrhunderts von einem englischen Kolonialherren für den Empfang des englischen Königs in Indien gebaut. Links davon sieht man noch einen Turm des Thaj Mahal Hotels, einem der berühmtesten und elegantesten Hotels der Welt.

Im Stadtzentrum Bombays geht es etwas ruhiger zu als im Rest der Stadt. Die Polizei achtet hier darauf daß es keine wilden Bebauungen gibt. Auch sind hier keine Rickshaws - die dreirädrigen zweitacktigen Taxis - erlaubt sondern nur "richtige" Autos wie dieses Taxi hier. Die Ruhe nutzt dieser Taxifahrer für einen Mittagsschlaf.

Meine Arbeitskollegen bei der Firma Automatic Electric. Als durchschnittliche Europäer sind wir ungefähr einen Kopf größer als der durchschnittliche Inder.

Mein Arbeitsplatz für das Praxissemester. Auf dem Bild sieht es hier ganz idyllisch aus, direkt nebenan ging aber auch schon wieder der nächste Straßenslum los. Wenn ein paar Tage kein Wind geht, was oft der Fall ist, sieht man wegen des Smog nicht einmal bis zum nächsten Gebäude.

Das Café Mondegar war unser Stammcafe wenn wir Indien mal entfliehen wollten und ein paar andere Ausländer treffen wollten. Dies befindet sich im Touristenzentrum Bombays - Colaba.
Auf dem Weg zur Arbeit mußten wir "durch die Wohnungen" der Armen laufen - ein Strassenslum in Bombay.